- Klipper teilt die Verarbeitung zwischen einem Host-Computer (Laptop) und der Elektronik des Druckers auf, um Geschwindigkeit und Qualität zu steigern.
- Es ermöglicht Ihnen, grundlegende elektronische Platinen zu optimieren und Konfigurationsänderungen vorzunehmen, ohne die Firmware neu kompilieren zu müssen.
- Die Installation auf älteren Laptops ist eine wirtschaftliche und effiziente Alternative zur Verwendung von Raspberry Pi.
Werfen Sie Ihren alten Laptop nicht mehr weg! Er ist ein fantastisches Gerät, das mit Klipper ein zweites Leben erhält und zum Herzstück Ihres 3D-Druckers wird . Anstatt ein Vermögen für einen Raspberry Pi auszugeben, der oft schwer zu finden oder extrem teuer ist, können Sie die Leistung Ihres Laptops nutzen, um die Druckqualität deutlich zu verbessern.
Das Beste daran ist, dass die Einrichtung, obwohl sie kompliziert erscheinen mag, eigentlich ganz einfach ist . Selbst wenn Sie kein Computerprofi sind, können Sie mit den richtigen Schritten alles im Handumdrehen einrichten und nutzen. Ein weiterer interessanter Aspekt: Viele Laptops verwalten den Energiesparmodus unter Linux sehr effizient. Das bedeutet, dass der Computer während des Druckvorgangs nicht viel Strom verbraucht und somit den Energieverbrauch optimiert.
Was zum Teufel ist Klipper und wie funktioniert es?
Anders als das klassische Marlin, das alle rechenintensiven Aufgaben direkt auf der Druckerplatine erledigt, teilt Klipper die Aufgaben auf. Man kann es sich wie ein Team vorstellen, in dem der Host-Computer (in diesem Fall Ihr alter Linux-Laptop) die gesamte Rechenleistung und komplexe Verarbeitung übernimmt, während die Druckerelektronik lediglich als Manager fungiert und die Motoren steuert sowie die Sensoren ausliest.
Dank dieser Aufgabenverteilung holen Sie das Maximum aus preiswerten oder älteren Elektronikplatinen heraus, die normalerweise langsam wären. Der größte Vorteil ist, dass Sie Konfigurationsänderungen direkt vornehmen können, ohne die Firmware jedes Mal neu kompilieren zu müssen, wenn Sie einen Parameter ändern möchten – etwas, das bei Marlin wirklich lästig ist.
Anforderungen und Vorkenntnisse
Um in diesem Bereich Fuß zu fassen, müssen Sie kein NASA-Ingenieur sein, aber grundlegende technische Kenntnisse sind empfehlenswert. Wenn Sie von Marlin kommen und noch nie programmiert haben, sollten Sie sich auf eine gewisse Lernkurve einstellen, die aber nicht allzu schwierig ist. Wenn Sie bereits mit Linux-Betriebssystemen vertraut sind und wissen, wie man ein Terminal bedient, wird Ihnen der Einstieg leichtfallen.
Das Ökosystem und die Installationsoptionen
Klipper hat sich seit der Markteinführung durch Kevin O'Connor im Jahr 2016 enorm weiterentwickelt, und heute gibt es je nach Vorliebe mehrere Installationsmöglichkeiten:
- Vorinstallierte Images: Das ist der schnellste Weg. Sie speichern einfach ein Image auf einer SD-Karte oder CD und schon haben Sie die gesamte Software einsatzbereit.
- Manuelle Installation: Für alle, die die volle Kontrolle über jedes einzelne Paket bevorzugen, das sie auf ihrem System installieren.
- Varianten und Schnittstellen: Es gibt verschiedene visuelle Ebenen zur Steuerung des Druckers über den Browser, was die Bedienung wesentlich intuitiver macht.
Kompatible Hardware und Vergleich
Was die Elektronik (Mikrocontroller) betrifft, ist die gute Nachricht, dass nahezu jede moderne 3D-Druckerplatine mit diesem System kompatibel ist. Egal, ob Sie eine Platine einer bekannten Marke oder ein No-Name-Produkt verwenden, Klipper wird sie höchstwahrscheinlich problemlos erkennen. Im Vergleich zu Marlin bietet Klipper enorme Vorteile hinsichtlich der erweiterten Funktionen und der Druckgeschwindigkeit, ohne dabei an Genauigkeit einzubüßen.
Dieses System ist ideal für alle, die die Qualität ihrer Bauteile maximieren und mit komplexen Konfigurationen experimentieren möchten. Wer hingegen eine unkomplizierte Lösung ohne Softwareanpassungen sucht, ist mit Marlin möglicherweise immer noch am besten beraten, auch wenn er dadurch auf die Vorteile externer Prozessoren verzichtet.
Empfohlene Route zum Start
Wenn Sie sich bereits für den Schritt entschieden haben, empfiehlt sich eine logische Vorgehensweise: Installieren Sie zuerst das System auf Ihrem Laptop, konfigurieren Sie dann die Verbindung zum Drucker und passen Sie schließlich die spezifischen Einstellungen für Ihr Gerät an. Sollten Sie dabei einmal nicht weiterkommen, gibt es sehr aktive Communitys, wie beispielsweise die spanischsprachige Telegram-Gruppe , in denen Ihnen schnell geholfen und Konfigurationsfehler behoben werden können.
Einen alten Laptop in einen Klipper-Server zu verwandeln, ist ein genialer Schachzug, um die Geschwindigkeit und Genauigkeit jedes 3D-Druckers zu verbessern. Dabei nutzt man die bereits vorhandene Hardware zu Hause, um zusätzliche Kosten für Einplatinencomputer zu vermeiden und ein wesentlich flexibleres und leistungsfähigeres Druckmanagement als mit herkömmlichen Firmwares zu genießen.



