- Microsoft hat App-Empfehlungen aus dem Store in das Startmenü und andere Bereiche des Systems integriert.
- Die meisten dieser Eingriffe lassen sich über die Anpassungs- und Datenschutzeinstellungen im Kontrollfeld deaktivieren.
- Es gibt Open-Source-Tools und fortgeschrittene Netzwerkkonfigurationen, um eine vollständige Werbeblockierung zu erreichen.

Sie haben wahrscheinlich schon bemerkt, dass Ihr Computer sich wie ein mit Spam überflutetes Handy verhält. Microsoft hat offenbar beschlossen, die Benutzererfahrung zu beeinträchtigen und blendet sogenannte „Empfehlungen“ ein, die für jeden normalen Nutzer jedoch in Windows 11 und auch in Version 10, insbesondere nach dem Update KB5036980, als aufdringliche Werbung wahrgenommen werden.
Es ist wirklich ärgerlich, Werbung im Startmenü zu finden, genau dort, wo man seine Lieblingsprogramme haben sollte. Diese Strategie soll uns zwar dazu anregen, Apps aus dem Microsoft Store zu entdecken, fühlt sich aber oft wie ein Eingriff in die Privatsphäre und eine visuelle Störung an, die auf einem kostenpflichtigen Betriebssystem nichts zu suchen hat. Zum Glück muss man diese visuelle Unordnung nicht hinnehmen, denn es gibt Möglichkeiten, sie zu entfernen.
Manuelle Schritte zur Bereinigung des Werbesystems
Wenn Sie keine ungewöhnlichen Programme installieren möchten, können Sie mit den Standardeinstellungen beginnen. Am störendsten ist meist das Startmenü. Um das zu beheben, gehen Sie zu „Einstellungen“, dann zu „Personalisierung“ und anschließend zu „Start“. Dort finden Sie die Option „Empfehlungen, App-Werbung und mehr anzeigen“ . Deaktivieren Sie diese, und die unerwünschten Vorschläge verschwinden.

Doch damit nicht genug, denn Microsoft ist sehr hartnäckig. Um Ihr System weiter zu bereinigen, empfehle ich Ihnen die folgenden zusätzlichen Schritte:
- Benachrichtigungen und Aktionen: Suchen Sie diesen Abschnitt in den Einstellungen und deaktivieren Sie unter „Zusätzliche Einstellungen“ die drei Kästchen, die Tricks oder Tipps vorschlagen.
- Sperrbildschirm: Es kommt häufig vor, dass interessante Fakten als Werbung entlarvt werden. Deaktivieren Sie diese Option. „Interessante Fakten, Empfehlungen und Tipps präsentieren“ in den Sperrbildschirmeinstellungen.
- Datenschutz: Im Menü „Datenschutzeinstellungen“ gibt es einige Kontrollkästchen, die sich auf Folgendes beziehen: Tracking und zielgerichtete Werbung Diese Option sollten Sie deaktivieren, damit das System aufhört, Ihr Verhalten zu analysieren.
- Dateibrowser: Falls Sie in Ihren Ordnern ungewöhnliche Inhalte entdecken, klicken Sie auf die drei Punkte oben, gehen Sie zu „Ansicht“ und deaktivieren Sie die Option „Integrierte Werbung“.
Bedenken Sie außerdem, dass viele Apps Benachrichtigungen nutzen, um Ihnen Angebote zu senden. Falls Sie dies als störend empfinden, können Sie die Benachrichtigungen in Windows verwalten und unerwünschte Benachrichtigungen stummschalten oder, falls Sie eine drastischere Maßnahme ergreifen möchten, alle deaktivieren.
OFGB: Das ultimative Werkzeug gegen Werbung
Falls die Menünavigation zu umständlich ist, gibt es eine Open-Source-Lösung namens OFGB . Diese Anwendung ist im Prinzip ein Kontrollzentrum, das alle Werbeeinstellungen von Windows 11 in einem einzigen Fenster zusammenfasst. Anstatt im System zu suchen, aktivieren Sie einfach ein Kontrollkästchen, und die App blendet Microsoft-Werbung automatisch aus.
Laden Sie zunächst die ausführbare Datei aus dem GitHub-Repository herunter. Wenn Sie einen ARM-Prozessor besitzen, wählen Sie die entsprechende Version; für alle anderen verwenden Sie die Datei OFGB.exe. Da der Entwickler kein Millionenunternehmen ist, kann beim Öffnen der SmartScreen-Filter von Microsoft erscheinen. Klicken Sie in diesem Fall einfach auf „Weitere Informationen“ und anschließend auf „Trotzdem ausführen“.
Sobald Sie drin sind, wählen Sie einfach die Elemente aus, die Sie blockieren möchten. Das Beste daran: Die Änderungen werden sofort übernommen, ohne dass Sie speichern müssen. Sie können damit sogar die Bing-Suche aus dem Startmenü entfernen – etwas, das Nutzer, die nur lokal suchen möchten, oft stört.
Zusätzliche Blockierungen im Web und im Datenverkehr
Selbst nach der Bereinigung Ihres Betriebssystems erreichen Sie weiterhin Werbung über Ihren Browser. Um den Schutz zu vervollständigen, können Sie den Brave -Browser verwenden , der über einen sehr leistungsstarken integrierten Werbeblocker verfügt, oder die uBlock Origin- Erweiterung (bzw. uBlock Lite für Chrome und Edge) installieren. Diese bietet die optimale Lösung für ungestörtes Surfen ohne lästige Werbebanner.
Für noch mehr Sicherheit können Sie AdGuard DNS konfigurieren . Im Gegensatz zu Erweiterungen arbeitet dies auf Netzwerkebene und verhindert, dass Ihr Computer Domains auflöst, die Werbung ausliefern. Es handelt sich um eine zusätzliche Schutzebene, die schädliche Websites und Werbung blockiert, selbst in Anwendungen, die keine Erweiterungen unterstützen.
Um Windows 11 völlig ablenkungsfrei zu gestalten, ist die ideale Lösung die Kombination aus dem Deaktivieren von Empfehlungen im Startmenü, der Verwendung von Tools wie OFGB für tiefgreifende Einstellungen und einem guten DNS-Blocker oder Browsererweiterungen. So wird ein reibungsloses Benutzererlebnis ohne ständige Störungen erreicht.
